Radiate

20 musicians recorded in 7 countries

We dedicated the song to those standing in solidarity against the Dakota Access Pipeline in North Dakota.

Go to http://music.sailingconductors.com/album/radiate-single to download the song – All proceeds go to Standing Rock and its water protectors. “Your fate is what you create”.

Music & Lyrics: Jack Mantis – www.jackmantisband.com
Video Editing: Michael Schulze – www.jackhead.de
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Wir sind auf Tour

Ein Traum wird wahr: Viereinhalb Jahre Musiksegelabenteuer kulminieren in den kommenden 2 1/2 Monaten mit den besten Musikern unserer Reise quer durch Deutschland in einer wahnsinns Tour!

Mit dabei sind:
Vicky Lucato aus Brasilien
Jack Mantis aus Südafrika
Lincoln Davis aus Australien
Ujjayinee Roy aus Indien
Dom Benigno und Andre Geldenhuys aus Südafrika
Ed DeGenaro aus Indien

Die nächsten Shows:
23.06. Karlsruhe – Fleischmarkthalle
24.06. Saarbrücken – Kunsterwerk Saarbrücken, Bistro Malzeit
25.06. Offenbach – Hafen2
26.06. Stuttgart – Marienplatzfest 2016
28.06. Heidelberg – Leitstelle im Dezernat 16
29.06. Wiesbaden – Kulturpalast
01.07. Köln – Theater der Wohngemeinschaft
02.07. Bonn – Pantheon
03.07. Aachen – KHG
u.v.m.

Alle Termine findet ihr auf www.live.sailingconductors.com

Wer uns schon live erlebt hat und sich mehr live Musik gewünscht hätte kommt nun voll auf seine Kosten. Dazu gibt es noch wunderschöne Videos, ein paar Segelstories und schon endet ein wunderschöner Abend.

An alle Crowdfunder:

Da unsere Albumproduktion immer noch in Verzug ist, bieten wir euch kostenlos ein Ticket zu einer Show eurer Wahl an. Meldet euch einfach bei live@sailingconductors.com und wir setzen euch auf die Gästeliste!

Album Veröffentlichung “Songs for Marianne”

Dank dem unglaublichen Support von 503 Unterstützern auf Startnext.com konnten wir im Dezember 2015 erfolgreich die finanziellen Mittel für die Produktion unseres Albums „Songs for Marianne“ zusammensammeln. Darüber sind wir so unglaublich glücklich und platzen fast vor Dankbarkeit. Danke, wirklich, besten, tausend, größten Dank an euch, ihr seid spitze!

Dabei wird das Geld zu 100% für die Pressung von CD und Vinyl, GEMA-Gebühren, Mastering und die Produktion der Dankeschöns verwendet.

Eigentlich wollten wir das Album bis Ende Januar fertig haben und die Dankeschöns an die Unterstützer versenden. Nun haben wir Anfang März und das Album ist immer noch nicht fertig.

Dafür möchten wir uns hier, in aller Form bei den Menschen entschuldigen, die uns ihr Vertrauen entgegengebracht haben und nun sehnsüchtig auf ihr Dankeschön warten. Der ein oder andere hat uns schon eine Nachricht geschickt, wann denn das Album endlich erscheint und hat von uns auch eine vertröstende Antwort erhalten – für alle anderen hier nun unsere Verzugs-Erklärung:

Entschuldigung, es tut uns Leid…

So wie ihr, können auch wir es kaum erwarten, endlich das Album, und vor allem die Vinyl, in unseren Händen zu halten. Wir hatten gehofft, nach unserer Ankunft am 30. Oktober in Hamburg direkt mit der Mischung des Albums zu beginnen, um so eine Veröffentlichung Ende Januar einhalten zu können, doch „leider“ kam es etwas anders. Das Leben an Land ist wohl doch etwas stressiger, als auf See…

Wenige Tage nach unserer Ankunft kam das Angebot von der „Boot und Fun“ in Berlin, dass wir uns dort präsentieren dürfen. Neben einigen Konzerten schon im Dezember 2015, dann der boot in Düsseldorf Ende Januar und weiteren Konzerten im Februar waren wir ständig unterwegs, und konnten uns nicht in gewünschtem Maße in unserem Home-Studio einschließen.

Die Messen und Konzerte sind für uns sehr schön, wir kommen mit Menschen in Kontakt und vor allem: Wir können durch die Eintrittsgelder unsere Miete bezahlen. Denn das Crowdfunding-Geld geht zu 100% in die Produktion des Albums und für einen anderen Job haben wir keine Zeit.

Auch wenn die Fotos auf Facebook von unseren Konzerten den Anschein erwecken könnten, als wenn wir nur „feiern“ würden, doch Menschen einen schönen Abend zu bereiten, ist derzeit unsere Arbeit, eine angenehme zwar, aber eben doch notwendige Zeit, in der wir uns nicht um das Album kümmern können.

Veröffentlichung ab Mai möglich

Oft wurden wir nach den Konzerten gefragt, was wir denn jetzt machen, ob es nicht seltsam ist, wieder an Land zu sein und wann wir denn wieder losfahren.

Doch an Losfahren ist derzeit gar nicht zu denken. Wie ihr seht, kommen wir ja nicht mal mit der Album-Produktion hinterher und haben noch einiges zu tun.

Unser Zeitplan sieht derzeit so aus: Bis Mitte/Ende März sollten wir mit der Mischung fertig werden, dann wird gemastert und dann kann das Album ins Presswerk gehen. Das dauert noch mal ca. 6 Wochen und dann kann das Album an alle Supporter geschickt werden.

Hoffentlich können wir also Anfang Mai schon die ersten Pakete verschicken!

Nebenbei noch eine Frage: Wir hatten auch den Fischerboot-Kalender 2016 als Dankeschön angeboten. Wir würden einfach mal den Fischerboot-Kalender 2017 jetzt produzieren, wenn alle damit d’accord sind?

Für Anfang Juni versuchen wir uns dann ein paar Termine zu organisieren, um mit Jack Mantis ein klein wenig auf Tour zu gehen. Wer dabei eine Idee hat, wo wir auftreten könnten, soll sich unbedingt bei uns melden!

Noch ein Mal von ganzem Herzen: Entschuldigt bitte unsere Verspätung, aber wir sind dran! Versprochen! Großes Segler-Ehrenwort!

Grüße und Küsse,
eure Sailing Conductors

P.S. Einen dicken Schmatzer auch noch mal an Stephan Boden alias Digger Hamburg, ohne den wir das nie geschafft hätten!

Wir brauchen eure Hilfe: Crowdfunding für das neue Album

Nach dem Studium haben wir beide den etwas anderen Berufseinstieg gewählt. Wir wollten Musikproduzenten werden und hatten auf ein Mal diese Idee: Wir segeln auf einem Segelboot nach Hause und nehmen dabei Musiker auf, die sich nie im Leben begegnet sind.

Über Kopfhörer bekommen die Musiker das Playback eines vorherigen Musikers, und geben so dem Stück durch ihr Spiel eine neue Bedeutung. Weltmusik wörtlich genommen.

Wir können mittlerweile selbst kaum glauben, was wir für ein Glück hatten und wie viele großartige Musiker wir oft nur durch Zufall gefunden haben.

Viereinhalb Jahre haben wir dieses Projekt aus eigener Kraft und mit der Unterstützung von Familie und Freunden realisiert. Nun sind wir in Deutschland angekommen und haben schon 13 wunderschöne Tracks zusammengemischt, die nur noch auf ihre Veröffentlichung warten.

Ziele und Zielgruppe

Wir müssen einfach diese Platte fertigstellen und alles, was uns dazu noch fehlt ist die Unterstützung von Leuten, die entweder einfach auf gute Musik stehen oder unser Konzept der Expedition Music spannend finden. Denn wir möchten gerne unabhängig bleiben und wollen uns jetzt nicht im letzten Moment an eine Plattenfirma wenden, die nur den Profit und nicht die Liebe in der Sache sehen.

Warum sollte man Unterstützer werden?

Wer uns unterstützt und sich eines, oder mehrere der Dankeschöns aussucht, bekommt auf alle Fälle die Platte vor allen anderen zugeschickt und kann sich sicher sein, dass hier etwas einzigartiges und einmaliges realisiert wird. So viele talentierte Menschen sind Teil unseres Projekts und Teil unserer Familie geworden und haben ihr Herzblut und ihre Leidenschaft in diese CD gesteckt, die nun so kurz vor der Veröffentlichung nur noch die Hürde der Finanzierung überwinden muss.

Was passiert mit dem Geld nach erfolgreicher Finanzierung?

Mit dem Geld können wir die Platte mastern und anschließend pressen lassen. Außerdem werden die Dankeschöns davon produziert, sowie Porto und Verpackung bezahlt, um alles sicher und schnell zu den Unterstützern schicken zu können.

Wo unterstütze ich

Hier: www.startnext.com/sailingconductors

Marianne kommt nach Berlin

Seit Benni und ich damals dieses Skype Gespräch hatten, dass wir um die Welt segeln, um Musik aufzunehmen, wollten wir von Sydney nach Berlin fahren. Und nun sind wir tatsächlich in Deutschland, in Hamburg angekommen. Also: Hey, wir sind in Deutschland angekommen! Das ist doch super. Wir sind überglücklich, hatten einen meeeeega Empfang, Jack Mantis hat meine Oma gerettet, wir haben uns in Hamburg neu verliebt und trotzdem bleibt da dieses bittere Gefühl: Was ist mit Berlin? Davon haben wir doch immer erzählt!

Und nun kommt’s: Wir sind auf dem Weg nach Berlin. „Marianne“ hat keinen Mast mehr, wir segeln nicht, wir motoren, haben den Brückenblues. Egal, wir fahren nach Berlin!

Gestern sind wir aus Wedel losgefahren, haben unendlich viele Flusskilometer bei 10 km/h zurückgelegt und sind in Lauenburg angekommen. Anstatt eines herzlichen „Willkommen!“ in der Marina, wurden wir belehrt, dass wir nicht die richtige Beleuchtung dran hatten. Aber uns wurde Schwemmholz geschenkt – dazu später mehr. Dann saßen wir in dem nächsten Internetcafé, um Dinge zu organisieren. Das Internetcafé war übrigens eine Shisha-Bar und links und rechts blubberte die Dorfjungend nur so vor sich hin.

Wir fahren übrigens auf die „Boot und Fun“ nach Berlin. Weil wir es dürfen. Uns wurde ein Messeplatz kostenfrei angeboten. Und dort stellen wir „Marianne“ hin, machen sie richtig schick, bauen eine Bar aus Schwemmholz, erzählen von unserer Tour um 13 Uhr, 15 Uhr und 17 Uhr und sind da um Freunde zu treffen und zu feiern. Also kommt vorbei!

Die Messe bezahlt zwar vermutlich kein Transportunternehmen, um „Marianne“ von der Kaikante in die Halle zu transportieren und wir wissen auch nicht wirklich, wie wir das selbst finanzieren sollen. Aber egal. Darum kümmern wir uns auf dem Weg. Hauptsache wir sind auf dem Weg nach Berlin. Mit „Marianne“ – der Rest regelt sich von alleine.

Ach, das Witzigste habe ich noch gar nicht erzählt: Obwohl wir fast die ganze Welt umrundet haben, dürfen wir eigentlich gar nicht von Hamburg nach Berlin mit „Marianne“ fahren, weil wir keinen Führerschein besitzen. Aber nach kurzem Herumgefrage, wer Lust, Zeit und einen Schein hat, um mit uns nach Berlin zu gurken, hat sich Christian Strand von den Strandpiraten gemeldet und ist jetzt an Bord. Und der darf das. Und der macht seine Sache gut, richtig gut.

Wir sind so unfassbar aufgeregt und können es kaum erwarten. Dann trinken wir ein Bier zusammen, in Berlin, auf „Marianne“ und das ist so ziemlich alles, wovon wir seit mehr als viereinhalb Jahren geträumt haben.

P.S. Schaut doch mal auf www.startnext.com/sailingconductors vorbei und bestellt noch ne Platte =)

Wir haben es fast geschafft

Liebe Leute,

unglaublich aber wahr: Wir haben unseren Termin am Freitag um 11 Uhr im Citysporthafen tatsächlich eingehalten und sind jetzt in Deutschland angekommen! Wooohooo!

So richtig realisiert haben wir das auf alle Fälle noch nicht, dass es jetzt erst mal nicht mehr aufs Wasser geht. Aber wir sind derzeit auch ganz gut abgelenkt. Denn jetzt beginnt die Zeit, auf die wir die ganzen viereinhalb Jahre drauf hin gearbeitet haben: Wir wollen DAS Album veröffentlichen!

Über 200 Musiker aus 30 Ländern haben an diesem Werk mitgearbeitet und uns fehlen die Worte um auszudrücken, wie dankbar wir um jede einzelne Begegnung sind. So unglaublich tolle Menschen, Künstler, Freunde, die wir treffen durften, und die auch noch gut gefunden haben, was wir machen. Das größte Dankeschön geht schon mal raus in die Welt. Ihr Jacks, Vickys und Tims dieser Welt. Wir lieben euch und können kaum erwarten, euch irgendwann wieder zu sehen.

Bei aller Liebe für unsere Musiker wird das Album aber dann doch “Songs for Marianne” heißen und ist eigentlich schon so gut wie fertig. 13 wunderschöne Songs haben wir zusammengebastelt, die eigentlich nur noch darauf warten, gepresst zu werden. Der Haken an der Sache ist, dass wir in dem letzten halben Jahr einfach mal jeder 10.000 Euro Schulden angehäuft haben. Das ist an sich nicht so wild, davon kommen wir schon runter irgendwie, aber wir können jetzt eben die CD/Vinyls nicht pressen lassen, weil das muss man ja vorher bezahlen.

Man könnte sich jetzt natürlich auch an eine der großen Plattenfirmen wenden, aber das wollen wir echt nicht. In dieses Projekt haben so viele großartige Menschen so viel Herzblut gesteckt und wenn man da jetzt eine Firma reinholt, die nur den Profit sieht… das fühlt sich irgendwie falsch an.

Deshalb fragen wir euch: Wenn ihr uns unterstützt und die Platte oder etwas anderes schon vorher kauft, dann können wir zeitnah pressen und euch dann das Resultat postalisch zukommen lassen. Deal?

In Neudeutsch heißt das ganze übrigens Crowdfunding. Und auf Norddeutsch Krautfunding.

Also wir würden uns super freuen, wenn ihr auf www.startnext.com/sailingconductors mal kurz vorbeischaut und euren Weihnachtseinkauf erledigt!

Eure Sailing Conductors

P.S. Auf Tour sind wir ja auch, ne?! Schaut doch mal vorbei und wir trinken was zusammen =)

Willkommen in Europa

Nur noch ein Monat und wir sind mit unserem schwimmendes Schneckenhaus im Exil zu Hause! Nach mehr als vier Jahren kommen wir unserer Heimat spürbar dichter und doch ist irgendwie alles anders als gedacht. Weniger als fünfhundert Kilometer von zu Hause entfernt, sind es die kleinen Dinge, die uns gemischte Gefühle bereiten.

Beard status: It’s complicated.

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Das erste Empfangskomitee

Nach dreiunddreißig Tagen Atlantiküberquerung von Bermuda nach Irland werden wir das erste Mal auf unserer Reise von einem Empfangskomitee begrüßt. Bennis Eltern sind uns mit ihrem Wohnmobil entgegengefahren, haben die letzten Tage sehnsüchtig aufs Meer geschaut, Steine hineingeworfen und unserer Ankunft entgegengefiebert. Mit Ballons, deutschem Bier und deutscher Wurst werden wir am Steg in Crosshaven von den beiden überschwänglich empfangen. Mit wackeligen Beinen, die sich noch nicht an den festen Boden gewöhnt haben, halten wir schon das erste Pils in der Hand. Was für ein Empfang! Völlig aufgelöst fallen wir uns gegenseitig in die Arme. Benni und ich gratulieren uns ob der bestandenen Überfahrt, Bennis Eltern dürfen ihren verlorenen Sohn endlich wieder in die Arme schließen und auch ich bin ein wenig Teil der Familie geworden und werde fest gedrückt.

Europäische Einwanderungsprozeduren

Unsere liebevolle Zeremonie wird vom Irischen Zoll etwas abgekürzt, der ungeduldig in zweiter Reihe steht und darauf wartet, unser Boot genauer unter die Lupe nehmen zu können. Schließlich kommen wir aus der Karibik und sind damit Risikogruppe Nummer eins unter den Touristen. Freundlich werden wir darauf hingewiesen, dass gleich ein Drogenhund an Bord kommen wird und dass wir jetzt die Chance hätten, alles ganz unauffällig zu klären, ohne dass die Eltern etwas davon mitbekommen müssten. Trotz meiner verdächtig roten Augen, die sich anscheinend erst wieder an die Landluft gewöhnen müssen, haben wir aber keine illegalen Substanzen dabei und erklären uns selbstverständlich einverstanden, den Hund an Bord zu lassen. Der Golden Retriever ist sichtlich nervös und muss den Niedergang fast hinuntergestoßen werden. Desinteressiert schnuppert er mal an dem Schapp, dann an einem anderen und schon ist die Prozedur wieder vorbei.

Herzlich willkommen in der EU!

Das erste Mal auf der Reiste bekommen wir keinen Stempel in den Pass gedrückt. Herzlich willkommen in der EU! Etwas langwieriger waren da unsere aktuellen Erfahrungen aus Frankreich. Von der Isle of Wight in England planen wir einen 24-Stunden Trip nach Dünkirchen in Frankreich. Nach erfolgreicher nächtlicher Kreuzung des stark befahrenen Ärmelkanals wollen wir im Morgengrauen gerade den Parasailor setzen, um noch vor Sonnenuntergang pünktlich an unserem Ziel anzukommen, als sich uns ein Zollboot nähert.

Normalerweise war ich immer derjenige, der jedes Fischerboot als potentiellen Piraten überinterpretierte, doch dieses Mal bin ich mir sicher, dass wir nicht Ziel des Zolls sein können. Die irischen Beamten meinten nämlich, dass wir nun im System registriert sind und von jedem einsehbar ist, dass wir erfolgreich kontrolliert wurden. Doch nun ist es Benni, der mit dem Setzen des Parasailors noch warten will, bis das Schiff vorbei ist.
Da ertönt auch schon das Signalhorn des französischen Zolls und wir begeben uns an das Funkgerät. Nach den üblichen Fragen zu Anzahl und Nationalität der Crew bekommen wir mitgeteilt, dass nun ein Beiboot ein paar Personen zu uns an Bord bringen wird. Nach einem etwas ruppigen Anlegemanöver kommen vier bewaffnete Beamte auf die Marianne und befehlen uns, den nächsten Hafen anzusteuern. Wir machen die Herren darauf aufmerksam, dass Boulogne sur Mer vollkommen abseits unseres Kurses liegt und dass wir dorthin auch noch mindestens zwei Stunden bräuchten. Doch sie lassen sich davon nicht abschrecken und so segeln wir das erste Mal mit sieben Besatzungsmitgliedern gen französische Küste.
Die Stimmung ist den Umständen entsprechend relativ gelassen, es wird gelacht und ganz interessiert in unserem Buch geblättert. Im Hafen angekommen sollen wir längsseits am Zollschiff festmachen. Der nächste Golden Retriever wartet schon auf uns und auch zwei Taucher bereiten sich auf ihren Einsatz vor. Scherzhaft weise ich darauf hin, dass die Froschmänner auch gleich unseren Rumpf säubern könnten und werde im Gegenzug gefragt, wie viel mir das denn wert sei. So sympathische Beamte hatten wir definitiv noch nicht an Bord!
Der Drogenhund schlägt mal wieder nicht an, doch trotzdem geht die Kontrolle danach erst so richtig los. Jedes Fach wird komplett ausgeräumt, der Mast gescannt, das Wasser aus unserer Blase einem chemischen Schnelltest unterzogen. Geschlagene sechs Stunden dauert die gesamte Prozedur. Herzlich willkommen auf europäischem Festland!

Wir spüren die Heimat

Wo immer wir in den letzten Jahren mit Marianne anlegten, hatten wir unser zweites Heim dabei. Wir waren also gleichermaßen unterwegs und fühlten uns doch zu Hause. Auf dem Boot zu leben, bedeutete trotzdem weit weg zu sein – mehrere Zeitzonen Unterschied, fast unerreichbar abgeschieden. Nun liegen wir mit Marianne nicht mal fünfhundert Kilometer von Bennis Heimatort St. Augustin entfernt in einer Marina und könnten in etwa vier Stunden in Deutschland sein. Kein Ozean trennt uns mehr von unserem Ziel.

Hangover breakfast with the reunited family on the dock! A photo posted by Sailing Conductors (@sailingconductors) on

Architektur, Vegetation und Fauna sind uns nicht mehr fremd. Der Plattenbau an der Strandpromenade heißt uns willkommen – die Wespe auf dem Marmeladen-Toast kündigt das Ende unserer Reise an. Dinge, die uns definitiv nicht gefehlt haben. Gleichzeitig ist alles auch ganz anders als zuvor. Plötzlich haben wir sogar auf See Handyempfang, im Ärmelkanal sehen wir das erste Mal gleichzeitig die Küsten von zwei Ländern und das Meer ist voll von anderen Segelbooten.

Eines hat sich zum Glück aber nicht verändert: Egal wo wir sind, werden wir freundlich aufgenommen. In London treffen wir Gio wieder, den wir vor zwei Jahren in Jamaika kennengelernt hatten und dürfen einige Tage im Haus seiner Eltern verbringen. Die Küche einer uns bisher völlig unbekannten Freundin von Gio blockieren wir mehrere Stunden mit unserem Equipment und nehmen fremde Musiker auf.

Immer öfter werden wir jetzt gefragt, was wir denn nach der Reise machen wollen. Doch bis zu unserer Ankunft in Deutschland am 30.10. in Hamburg gibt es noch so viel zu tun, dass wir weiter noch gar nicht denken können. So schnell wie möglich wollen wir unsere zweite Platte veröffentlichen – und die wird der Knaller! So viele Lieder müssen noch mit den letzten Musikern befüllt, arrangiert und gemischt werden. Am ersten November spielen wir dann schon die erste Show in der Hamburger Markthalle und gehen erst mal wieder auf Tour. Wir sehen uns also bald wieder,

Eure Sailing Conductors

Spaß auf der Atlantiküberquerung von Bermuda nach Irland

Dies ist er also, der schlimmste Trip unserer bisherigen Segelkarriere. Es regnet, ist neblig und kalt – im besten Falle. Für uns gestandene Badehosensegler eine ganz schöne Umstellung.

Dieser Feind ist nur eine halbe Meile entfernt und aufgrund des Nebels nur kaum zu sehen

Es geht gleich am ersten Abend, das Land ist noch in Sicht, richtig gut los. Benni füllt etwas Wasser aus unseren Vorratskanistern in die kleineren Trinkflaschen und ich proste ihm mit dem ersten von dreihundert zur Verfügung stehenden Litern zu, muss aber sofort wieder ausspucken. „Äh, was ist das denn?“ Das Wasser hat einen sehr aufdringlichen Waschmittelgeschmack. Ich schaue ihn fragend an. Ja, er hatte die Kanister nach meinem Tipp mit einer Waschmittellauge gereinigt und weil das Trinkwasser in Bermuda doch so knapp war nur ein Mal die Kanister danach ausgespült. „Das heißt, unser komplettes Trinkwasser schmeckt jetzt nach Waschmittel?“ frage ich ihn. „Naja, wir haben noch das Wasser in unserer Blase…“ Ich fange an zu lachen, damit ich nicht weinen muss.

Am zweiten Tag muss ich dann leider feststellen, dass unser Kühlschrank irgendwie nicht mehr so kalt ist, wie erwartet. Ich pieke mit dem Zeigefinger eine Packung Hackfleisch an, die eigentlich hart gefroren sein sollte und hinterlasse einen Abdruck im kalten Fleisch.

Wir hatten zum ersten Mal eine neue Taktik gewählt. Der vor drei Monaten neu erstandenen Kühlschrank wurde auf „gefrieren“ gestellt und voll Hackfleisch und Hähnchenbrüsten geladen. Laut Plan hätten wir so bis zum Ende der Reise alle paar Tage eine deftige Mahlzeit mit Fleisch genießen zu können.

Per Satellitentelefon kontaktieren wir unseren Kumpel Reini, der daraufhin mit dem Hersteller korrespondiert, um eine Ferndiagnose zu erhalten. Doch leider ergibt diese nicht weiteres, als dass die Stromversorgung, die ich mühsam ausgebaut habe, anscheinend defekt ist, und auch erst mal defekt bleibt. Die nächsten Tage begehen wir eine der sieben Todsünden: Völlerei. Buletten, Bolognese, Hähnchen auf die Hand. Doch so viel können wir gar nicht essen, so schnell ist das Fleisch schon verdorben und muss leider über Bord gehen.

Wochenlang kein Empfang per Satellitentelefon

Es folgen Regentage, gemischt mit ordentlich viel Wind. Als Benni mal wieder das Satellitentelefon in die Hand nimmt, um den neuesten Wetterbericht zu empfangen, müssen wir das nächste Unglück beklagen. Das Telefon bleibt stumm und wird es für den Rest des Trips auch bleiben. Trotz vollem Empfang können wir einfach keine Nachrichten mehr empfangen. Dabei kann ein guter Wetterbericht bei dieser Überfahrt doch ein Lebensretter sein, um rechtzeitig bei einer Sturmwarnung den Kurs abändern zu können! Ab jetzt sind wir also auf uns und Marianne allein gestellt.

Die meiste Zeit verkriechen wir uns in unsere Schlafsäcke und liegen so warm eingepackt phlegmatisch in der Koje und lesen, dösen oder schlafen. Für alles andere ist das Wetter zu schlecht. Normalerweise säßen wir jeden Tag von nine-to-five an unseren Laptops und bearbeiteten Musik oder editierten Videos. Doch es ist nur noch so selten sonniges Wetter, dass unsere Solarpanels kaum Energie liefern und die Batterien meistens leer sind. Stromausfall im Büro – die Laptops müssen ausbleiben.

Nachmittgas gibt es einen heißen Earl Grey mit Honig und wenn uns danach ist noch ein Schuss Rum. Dann wird uns mollig warm im Bauch und wir haben einen im Tee, sodass man halbwegs den Gedanken ertragen, dass es noch mindestens zwei so Wochen weiter geht.

Manchmal, wenn die Sonne so ein klein wenig durch die Wolken blinzelt, können wir über den ganzen Tag verteilt einen Rechner laden, um abends einen Film zu schauen. In Schlafsäcke und Decken gehüllt tauchen wir in die Welt von „Breaking Bad“ (sehr gut) oder alle fünf Filme von „Twilight“ (muss man ja, um mitreden zu können, auch mal gesehen haben…) und vergessen den Krieg draußen vor unserer Tür.

Wenn man auf einen Blick die Wassertemperatur nicht mehr von der 12 V Bordspannung unterscheiden kann, brechen andere Zeiten an. Die Anzahl der Eimerduschen wird auf ein Minimum reduziert. Jede Woche eine muss reichen, man schwitzt ja sowieso nicht.

Eine Woche vor Ankunft wird es dann noch mal dramatisch. Zwei Umlenkrollen gehen aufgrund des anhaltend hohen Drucks in den Segeln kaputt, können aber ersetzt werden. Am selben Tag fällt der Spirituskanister für den Herd aus seiner Halterung und ergießt sich auf den Boden. Mit Schwämmen können wir einen Teil noch retten, doch der wird nicht für den Rest der Reise reichen. Auf Kaffee am Morgen und Tee am Nachmittag muss von nun an verzichtet werden. Was wir aber sowieso aus einem anderen Grund bald hätten einsparen müssen. Unser Wasservorrat neigt sich dem Ende zu. Ich hätte am Anfang der Reise niemals gedacht, dass ich mir mehr von dieser Waschmittellauge gewünscht hätte.

Immerhin können wir bis 2 Tage vor Ankunft noch Nudeln kochen. Ab dann wird ein Kindheitstraum war: Es gibt Nudeln mit Tomatensoße ohne Nudeln.

Aber wir halten uns wacker, getreu nach einem Song der Fantastischen Vier – es könnte alles noch beschissener sein, ist es aber nicht.

Songs die auf dieser Reise nicht gerne gehört wurden:
It’s Tropical
Sunshine Reggae

Unser Lieblingssong:
Timber Timbre – Black Water (All I need is some sunshine)

An das irische Wetter müssen wir uns erst gewöhnen

Das Schöne ist ja aber, dass das Gehirn als Schutzfunktion alles Negative schnellstens verdrängt. Wenn wir also angekommen sind, werden wir uns auf das Gute besinnen und uns an eine Überfahrt ohne lebensbedrohlichen Sturm, Tripper oder zerrissene Segel erinnern – ist doch eigentlich ganz gut gelaufen!

Der längste Selfie-Stick der Insel, Americas Cup und ein kleiner Unfall

(Dieser Post wurde im Voraus geschrieben und automatisch veröffentlicht.)

Wir sind jetzt schon eine Weile in Bermuda und haben außer Marianne, das Customs-Büro und den Supermarkt noch nicht viel gesehen, doch heute geht’s los! Wir wollen uns einen Roller mieten und den berühmten pinken Strandsand finden! Wir haben den größten Selfiestick der Welt mit uns, am Ende dann ein wenig Glück und dabei eine Menge Pech und Schmerz und Aua. Aber von vorne:

Doch zunächst heißt es Dinghy aufpumpen, Equipment und Klamotten in wasserdichten Säcken verstauen, Paddel einstecken und von unserem Ankerplatz an Land paddeln.

Noch wussten wir nicht so wirklich, wo wir überhaupt einen Roller mieten können und schlendern ein wenig durch die Altstadt von St. George’s. Da entdecken wir einen witzigen Laden mit diesem alten Rad vor der Tür. Ob die wohl auch neuere Maschinen haben?

Nein, die haben leider nichts für uns, aber jetzt wissen wir, wo wir hin müssen. Unweit von hier gibt es eine richtige Rollervermietung. Ein bisschen müssen wir beim Preis schlucken: 100 Dollar pro Tag ist nicht unbedingt günstig. Aber wir haben die ganze Zeit geankert und auch sonst sehr sparsam gelebt. Jetzt wollen wir was erleben! Das letzte Mal sind wir in Sri Lanka Roller gefahren. Die wichtigsten Hinweise sind direkt auf der Maschine angebracht. Links halten (ja, britische Verkehrsregeln), an Stoppschildern halten und Maschine abschließen.

Nach ein paar Testrunden geht’s schon los und wir cruisen mit einer maximalen Geschwindigkeit von 35 km/h über die Inseln. Zumindest ist das die erlaubte Höchstgeschwindigkeit. Kann sein, dass wir auch mal ein wenig schneller waren, wer achtet schon so genau auf den Tacho… Der erste Strand auf unserem Plan ist Elbow Beach!

Sieht zwar schön hier aus, aber weit und breit kein pinker Sand zu sehen! Ein wenig enttäuschend, aber der Captain ist schon dran mit der Karte den nächsten Strandabschnitt auszumachen. Angeblich soll unweit von hier “Warwick Long Bay” sein. Wie pink der Sand ist, hängt wohl von der Saison ab, aber wenn wir eine Chance hätten, dann dort, so verrät uns eine Einheimische. Der Zugang zum Strand liegt etwas versteckt und wir sind gespannt, was wir wohl finden werden…

Und ja! Also, der Sand ist jetzt natürlich nicht meeega pink, aber immerhin so ein bisschen. Anscheinend nicht ganz Koralle, nicht ganz Tier, werden diese rötlichen Einzeller “Foraminiferen” genannt und an die Küste gespült. So unter den normalen Sand gemischt, erhält der Strand seine ramontische Farbe. Das wäre also schon mal erledigt denken wir, und Prost!

Es gibt aber anscheinend noch “Church Bay” und da soll es wohl auch pinken Sand geben. Also steigen wir wieder auf den Roller und fahren zum nächsten Abschnitt, sind aber nicht so wirklich erfolgreich, was den Strand anbelangt, wieder normaler weißer Sand. Dafür aber sind ein paar Mädels von hier sehr begeistert von unserem Selfiestick und sie bestätigen uns, dass das der längste Selfiestick von ganz Bermuda ist! Ja, was unser guter alter Bootshaken doch noch alles erreichen kann…

Genug Strand gesehen! Wir fahren kurz an der City Marina in Hamilton vorbei und machen Halt beim Leuchtturm, den wir schon 40 Meilen vor unserer Ankunft in der Nacht ausmachen konnten. Auch hier bringt so ein Selfiestick gewisse Vorteile mit sich: Endlich bekommt man den Leuchtturm und sich selbst mit aufs Foto! Und plötzlich entdecken wir in der Ferne etwas, dass wir bis jetzt nur beim Segelreporter gesehen haben. Super schnelle Segelboote! Kurz vorher wurden wir schon gefragt, ob wir für den Americas Cup filmen würden, der hier in 2 Jahren stattfinden soll und wir waren etwas verwundert. Nun ergibt alles Sinn. Anscheinend sind schon ein paar Teams vor Ort und trainieren.

Schnell fahren wir in die Nähe der Boot, biegen kurz rechts ab, doch die Straße endet leider direkt am Wasser. Benni will unbedingt noch ein paar Aufnahmen von den Booten aus der Nähe machen, bevor sie wieder um die Ecke verschwinden und fährt, doch, sehr rasant auf die Klippe zu. Ich befinde mich derweil bereit entweder abzuspringen oder mitzubremsen. Leider vergesse ich im Eifer des Gefechts, dass ich keine festen Schuhe anhabe. Egal! Es ist echt Wahnsinn zu sehen, wie die Boote dichter an den Wind gehen, rasant an Fahrt aufnehmen und schließlich mit den Kufen aus dem Wasser kommen. Sogar die Begleit-Motorboote haben ihre Probleme mitzuhalten.

Nachdem die Boote verschwunden sind schaue ich runter zu meinem Fuß, ob noch alles in Ordnung ist. Und nein. Nicht wirklich. Blut läuft auf meine Sandalen, ein großes Stück Haut steht ab und ein pochender Schmerz durchzieht meinen Körper vom Zeh bis in die Hüfte. Obwohl wir noch nicht ganz am anderen Ende von Bermuda angekommen sind, plädiere ich für einen Abbruch der Erkundungsfahrt. Der vorher so kühlende Fahrtwind auf dem Soziussitz verursacht nun einen unangenehmen Schmerz an der offenen Wunde und ich muss Benni bitten, auch mal fahren zu dürfen. Voller Adrenalin und meist über der Höchstgeschwindigkeit kann ich den Schmerz vergessen. Nach einer halben Stunde von einem Ende zum anderen erreichen wir wieder St. George’s und Tara, die mal als Tourguide gearbeitet hat und sofort das Wasserstoffperoxid herausholt, um meine Wunde zu säubern. Ein paar Pflaster drauf, beim Zurückpaddeln den Fuß schön trocken in der Kiste halten und ab ins Bett für die nächsten zwei Tage. Mittlerweile siehts aber schon wieder ganz gut aus.

Und Tschüss! Auf nach Irland

Leute, wir sind auf dem Weg nach Irland. Ja, wir haben erzählt, dass wir in Lissabon die Continental Europe Arrival Party feiern wollen, nach dem wir in den Azoren schon mal mit der EU auf Tuchfühlung gegangen sind, aber es geht einfach nicht. Die Winde stehen zu der Zeit echt schlecht, um gen Norden zu segeln und dann gibt es noch das übliche Problem: Unser Motor. Zwar läuft er (gerade), aber auch nur auf halber Kraft. Und da wir so dem berühmten Azoren-Hoch mit seinen weitläufigen Flautengebieten schutzlos ausgeliefert wären, haben wir uns kurzerhand für die etwas windigere Route entschlossen.

Auf direktem Kurs tragen uns die Passatwinde um den 40. Breitengrad also hoffentlich zuverlässig mit 15-20 Knoten auf die richtige Seite des Atlantiks. 2800 Meilen sagt das GPS Gerät – 28 Tage, wenn alles gut läuft. Vermutlich aber länger.

Also, haut rein – macht’s chique und bis neulich,
eure Jungs von den Sailing Conductors