Der längste Selfie-Stick der Insel, Americas Cup und ein kleiner Unfall

(Dieser Post wurde im Voraus geschrieben und automatisch veröffentlicht.)

Wir sind jetzt schon eine Weile in Bermuda und haben außer Marianne, das Customs-Büro und den Supermarkt noch nicht viel gesehen, doch heute geht’s los! Wir wollen uns einen Roller mieten und den berühmten pinken Strandsand finden! Wir haben den größten Selfiestick der Welt mit uns, am Ende dann ein wenig Glück und dabei eine Menge Pech und Schmerz und Aua. Aber von vorne:

Doch zunächst heißt es Dinghy aufpumpen, Equipment und Klamotten in wasserdichten Säcken verstauen, Paddel einstecken und von unserem Ankerplatz an Land paddeln.

Noch wussten wir nicht so wirklich, wo wir überhaupt einen Roller mieten können und schlendern ein wenig durch die Altstadt von St. George’s. Da entdecken wir einen witzigen Laden mit diesem alten Rad vor der Tür. Ob die wohl auch neuere Maschinen haben?

Nein, die haben leider nichts für uns, aber jetzt wissen wir, wo wir hin müssen. Unweit von hier gibt es eine richtige Rollervermietung. Ein bisschen müssen wir beim Preis schlucken: 100 Dollar pro Tag ist nicht unbedingt günstig. Aber wir haben die ganze Zeit geankert und auch sonst sehr sparsam gelebt. Jetzt wollen wir was erleben! Das letzte Mal sind wir in Sri Lanka Roller gefahren. Die wichtigsten Hinweise sind direkt auf der Maschine angebracht. Links halten (ja, britische Verkehrsregeln), an Stoppschildern halten und Maschine abschließen.

Nach ein paar Testrunden geht’s schon los und wir cruisen mit einer maximalen Geschwindigkeit von 35 km/h über die Inseln. Zumindest ist das die erlaubte Höchstgeschwindigkeit. Kann sein, dass wir auch mal ein wenig schneller waren, wer achtet schon so genau auf den Tacho… Der erste Strand auf unserem Plan ist Elbow Beach!

Sieht zwar schön hier aus, aber weit und breit kein pinker Sand zu sehen! Ein wenig enttäuschend, aber der Captain ist schon dran mit der Karte den nächsten Strandabschnitt auszumachen. Angeblich soll unweit von hier “Warwick Long Bay” sein. Wie pink der Sand ist, hängt wohl von der Saison ab, aber wenn wir eine Chance hätten, dann dort, so verrät uns eine Einheimische. Der Zugang zum Strand liegt etwas versteckt und wir sind gespannt, was wir wohl finden werden…

Und ja! Also, der Sand ist jetzt natürlich nicht meeega pink, aber immerhin so ein bisschen. Anscheinend nicht ganz Koralle, nicht ganz Tier, werden diese rötlichen Einzeller “Foraminiferen” genannt und an die Küste gespült. So unter den normalen Sand gemischt, erhält der Strand seine ramontische Farbe. Das wäre also schon mal erledigt denken wir, und Prost!

Es gibt aber anscheinend noch “Church Bay” und da soll es wohl auch pinken Sand geben. Also steigen wir wieder auf den Roller und fahren zum nächsten Abschnitt, sind aber nicht so wirklich erfolgreich, was den Strand anbelangt, wieder normaler weißer Sand. Dafür aber sind ein paar Mädels von hier sehr begeistert von unserem Selfiestick und sie bestätigen uns, dass das der längste Selfiestick von ganz Bermuda ist! Ja, was unser guter alter Bootshaken doch noch alles erreichen kann…

Genug Strand gesehen! Wir fahren kurz an der City Marina in Hamilton vorbei und machen Halt beim Leuchtturm, den wir schon 40 Meilen vor unserer Ankunft in der Nacht ausmachen konnten. Auch hier bringt so ein Selfiestick gewisse Vorteile mit sich: Endlich bekommt man den Leuchtturm und sich selbst mit aufs Foto! Und plötzlich entdecken wir in der Ferne etwas, dass wir bis jetzt nur beim Segelreporter gesehen haben. Super schnelle Segelboote! Kurz vorher wurden wir schon gefragt, ob wir für den Americas Cup filmen würden, der hier in 2 Jahren stattfinden soll und wir waren etwas verwundert. Nun ergibt alles Sinn. Anscheinend sind schon ein paar Teams vor Ort und trainieren.

Schnell fahren wir in die Nähe der Boot, biegen kurz rechts ab, doch die Straße endet leider direkt am Wasser. Benni will unbedingt noch ein paar Aufnahmen von den Booten aus der Nähe machen, bevor sie wieder um die Ecke verschwinden und fährt, doch, sehr rasant auf die Klippe zu. Ich befinde mich derweil bereit entweder abzuspringen oder mitzubremsen. Leider vergesse ich im Eifer des Gefechts, dass ich keine festen Schuhe anhabe. Egal! Es ist echt Wahnsinn zu sehen, wie die Boote dichter an den Wind gehen, rasant an Fahrt aufnehmen und schließlich mit den Kufen aus dem Wasser kommen. Sogar die Begleit-Motorboote haben ihre Probleme mitzuhalten.

Nachdem die Boote verschwunden sind schaue ich runter zu meinem Fuß, ob noch alles in Ordnung ist. Und nein. Nicht wirklich. Blut läuft auf meine Sandalen, ein großes Stück Haut steht ab und ein pochender Schmerz durchzieht meinen Körper vom Zeh bis in die Hüfte. Obwohl wir noch nicht ganz am anderen Ende von Bermuda angekommen sind, plädiere ich für einen Abbruch der Erkundungsfahrt. Der vorher so kühlende Fahrtwind auf dem Soziussitz verursacht nun einen unangenehmen Schmerz an der offenen Wunde und ich muss Benni bitten, auch mal fahren zu dürfen. Voller Adrenalin und meist über der Höchstgeschwindigkeit kann ich den Schmerz vergessen. Nach einer halben Stunde von einem Ende zum anderen erreichen wir wieder St. George’s und Tara, die mal als Tourguide gearbeitet hat und sofort das Wasserstoffperoxid herausholt, um meine Wunde zu säubern. Ein paar Pflaster drauf, beim Zurückpaddeln den Fuß schön trocken in der Kiste halten und ab ins Bett für die nächsten zwei Tage. Mittlerweile siehts aber schon wieder ganz gut aus.

2 Gedanken zu „Der längste Selfie-Stick der Insel, Americas Cup und ein kleiner Unfall“

  1. hallo Ihr, wir haben eure Story zwischendurch über SWR3 und Co verfolgt. Wir sind Mitte Juli nach einer Runde Atlantik in Irland angekommen und warten immer noch auf Ersatzteile. gerade sind wir in der Cork city Marina und wollen morgen Richtung Monkstown, ggf danach noch nach Crosshaven. Seid ihr noch dort? gruß Anna und Maarten von der Ojala ojalaenkhuizen.wordpress.com ojala.enkhuizen@gmail.com

    1. Moin moin ihr zwei! Wir sind in Crosshaven um genau zu sein, aber bestimmt auch mal in Cork. Seid ihr noch vor Ort?

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