Caribe Tambo

In vielen Ländern fragen wir das deutsche Goethe-Institut mit reichlich emails nach Hilfe. Meistens wird nichts draus, die erhoffte Antwort bleibt aus. Doch dann endlich passiert etwas! Das deutsche Goethe-Institut in Cartagena, Kolumbien erhält unsere Nachricht, ist von unserem Sailing Conductors Projekt begeistert und organisiert für uns einen Musikertag, an dem ganz viele Musiker aus Cartagena eingeladen werden. Als wir in den Hof des Instituts kommen, warten bereits etwa 15 Musiker auf uns – Wahnsinn! Aber wo wollen wir anfangen? Jeder der Musiker stellt sich kurz auf spanisch vor und ein Mitarbeiter des Goethe-Instituts übersetzt uns dann. Es stellt sich raus, dass die ersten 5 Musiker eine Band sind: Caribe Tambo nennen sie sich. Sie haben interessante Musikinstrumente dabei, einige davon haben wir noch nie vorher gesehen. Na, also los! Nachdem sie einige selbstgeschriebene traditionelle Lieder für und eingespielt haben, müssen wir sie auch unbedingt für unseren Song “Radiate” aufnehmen, den wir erst vor ein paar Wochen in Trinidad und Tobago aufgenommen haben und dem es noch an jeglichen Rhythmusinstrumenten fehlt. Kolumbien ist das erste Land auf unserer Reise, wo wir spanisch sprechen müssen, es aber leider nicht können. Deshalb kriegen wir erst sehr viel später raus, dass Caribe Tambo sogar schon mal bei unseren netten Kollegen vom Projekt “Playing for Change” gespielt haben. Wir sind beeindruckt – diese Jungs sind echte Profis!

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Tim Neuhaus

Was für ein Glück haben wir? Tim Neuhaus ist der Schlagzeuger von Clueso und spielt seit vielen Jahren Schlagzeug bei der Blue Man Group in Berlin. Er hört (und sieht) zum ersten mal von den Sailing Conductors bei einem Musikvideo-Wettbewerb, wo eines unserer Videos einen Sonderpreis gewinnt (https://vimeo.com/51912414). Tim ist so begeistert von unserem Projekt, dass er gleich mitmachen will! Also treffen wir uns bei einem kurzen Deutschlandaufenthalt im Proberaum des Stage BLUEMAX Theater in Berlin und nehmen Tim am Schlagzeug auf, während eine Blue Man Group Show über uns stattfindet. Tim ist so wahnsinning gut und hat so viel Spaß, dass wir gleich sechs Songs in acht Stunden mit ihm aufnehmen. Was ein erfolgreicher Tag!

http://www.tim-neuhaus.de

Jack Mantis

Jack war eigentlich schon von der ersten Sekunde an Teil unseres Projektes. Der Südafrikaner sah uns zum ersten mal in Trinidad und Tobago, als er am Dock im Hafen stand und zuschaute, wie Marianne ohne Motor und Wind nach über 2 Wochen Überfahrt von Französisch Guayana in den Hafen von Chaguaramas geschleppt wurde. Er sah unser Logo am Bug des Bootes, der an ihm vorbeigezogen wurde – unsere segelnde Gitarre – und dachte sich: “Aha! Diese Typen sehen mir sehr nach Musikern aus. Ich spiele selbst Gitarre, also werd ich da wohl nachher mal an die Bordwand klopfen.” Er klopfte und wir trafen uns im Hafencafé auf ein Bier, um ihm von unserem Sailing Conductors Projekt zu erzählen. Dann zeigten wir ihm unser Video “Travelling Man” und nach 10 Sekunden war Jack dabei. Er war wohl der erste Mensch, den ich je gesehen habe, der nach ein paar Sekunden von “Travelling Man” angefangen hat zu weinen. Noch mit nassen Augen verabredeten wir uns gleich für den nächsten Tag, um in einem alten Militärstützpunkt auf einem Berg seinen neuen Song “Radiate” aufzunehmen, den er gerade auf seiner eigen Atlantiküberquerung geschrieben hatte.

jackmantisband.com

Orlando Timóteo Dambujo

Orlando spielt Schlagzeug in Amados Band. Ich begegne ihm zum ersten Mal auf einem seiner Gigs, zu dem mich Amado eingeladen hat. Orlando hat definitiv den Rhythmus im Blut und was er für eine Freude beim Spielen ausstrahlt! Ständig ist er am Grinsen und Lachen – ich bin echt gefesselt und kann kaum die Augen von seinem Schlagzeug lassen. Orlando kann außerdem super englisch sprechen. Manchmal ist die Kommunikation hier in Maputo nämlich nicht so ganz einfach, da ja alle portugiesisch sprechen und englisch hier nicht so verbreitet ist. Aber eigentlich ist das total egal, denn wenn man gemeinsam musiziert, kann man sich manchmal besser verständigen als in irgendeiner Sprache der Welt…

Amado Dolinco

Durch Mira, eine Freundin aus Deutschland, hören wir zum ersten Mal von Amado. Mira hat eine längere Zeit in Maputo verbracht und hat dort viele Freunde in der Musikszene. Amado ist super und wir verbringen in den nächsten Tagen viel Zeit zusammen. Ich besuche ein tolles Konzert von seiner Band, wo ich auch seine Musikerkollegen näher kennenlerne. Die Jungs sind gut drauf und nachdem ich ihnen von unserem Projekt erzähle, sind sie Feuer und Flamme.
Am nächsten Morgen marschieren wir gemeinsam zum etwas ausserhalb der Stadt gelegenen Proberaum und nehmen Musik auf, bis die Batterien der Kamera keine Lust mehr haben. Zwei Tage später setzen wir die Aufnahme-Session fort, da ich noch längst nicht alles im Kasten habe. Zum Glück nehmen die Jungs sich Zeit für mich und spielen und spielen und spielen…

Felix Rock

Am Anfang ist Felix eher unscheinbar. Er ist ein guter Freund von Amado und ist immer dabei, wenn ich mich mit der Gruppe treffe, um Musik aufzunehmen. Ein sehr ruhiger und angenehmer Typ. Irgendwann erzählt er mir nebenbei, dass er gerne rappt. Achso? Ich denke an Wicked Aura und daran, dass wir dringend noch einen Sänger oder Rapper für den Song benötigen. Ob er sich das Lied mal anhören will. Na klar, und als er die ersten Takte im Kopfhörer hört, fängt er zu grinsen an und man sieht ihm an, wie er innerlich “A song about coffee” einen Text verleiht. Ich baue Mikro und Ständer auf, während er sich den Song ein paar mal anhört. Dann geht es los. Und dann fange ich an zu grinsen. Warum hat man mir das nicht schon früher gesagt, dass der Typ echt was auf dem Kasten hat! Ein Take, gekauft!

Ed DeGenaro

Gegen Ende unseres einmonatigen Indien-Trips bekamen wir von Nitin den Kontakt von einer guten Freundin von ihm, die außerdem ausgezeichnet singen kann und einen Deutschen Ehemann haben soll, der außerdem genau wie unser Captain Cello spielt. Das war Ujjayinee mit ihrem Mann Ed. Das Cello hat er zwar schon ein paar Jahre nicht mehr angefasst und verdient sein Geld eigentlich als Berufsmusiker, für uns hat er aber trotzdem auch erst mal ohne Gage gespielt. Warum? “Weil euer Zeug ist der Hammer!” sagt Ed und fügt noch hinzu: “As… wie wir in den 70er gesagt haben, das war ja megageil!”

Nicht ganz so bekannt unter seinem bürgerlichem Namen Freimut Mühlbauer fiedelte er für uns einen Nachmittag lang vor seinem Haus etliche Gitarren, bis wir genug Material hatten, um dem “Song about Coffee” von “Wicked Aura” ein ordentliches Rock-Solo zu verpassen.

Der Traum vom Smutje ist ja, dass Ed beim Einlaufen auf der Hanse Sail in Rostock im August 2014 oberkörperfrei ein endlos langes E-Gitarrensolo vom Bug der Marianne aus schmettert, das über Funk dann auf der Hauptbühne übertragen wird.

Realdo Salato

Maputo, Mosambik. Realdo spielt Bass in der selben Band wie Nandov Matsinhe, den ich durch meinen Aufruf im Fernsehen bei TVM kennengelernt habe. Zwei Stunden lausche ich der Bandprobe, die sich weniger nach Probe und mehr nach kleinem Konzert anhört. Diese Musiker beherrschen ihr Instrument!
Zwei Tage später treffen wir uns alle wieder, um eine schöne Stelle zum Aufnehmen zu finden. Ein Glück bin ich die etwas andere Zeitwahrnehmung der Menschen in südlicheren Ländern schon gewohnt, denn als die Musiker mit dreieinhalbstündiger Verspätung endlich eintreffen bin ich nur sehr leicht verwundert. Und ich hatte mir schon Vorwürfe wegen der 3 Minuten gemacht, die ich wegen des schweren Rucksackes mit all dem Equipment länger gebraucht hatte… Als Renaldo dann aber auf dem Dach unter der verschwindenden Sonne zu “Thousand Miles Away” abrockt, sind all diese Gedanken schon längst aus meinem Kopf verschwunden.

Drew McCreadie

Peter Barry schleift uns eines Tages mal wieder in den Souay Vista Social Club, die Bar vom Kanadier Paul und dort sitzt dann auf ein Mal Drew mit seiner Gitarre und soliert so vor sich hin. Während wir zum Schneider marschieren und an Being Slow arbeiten, treffen sich Peter Barry und Drew zum gemeinsamen Musizieren. „Thousand Miles Away“ ist doch ein gutes Kind kurzer Arbeit!
So viel Musik macht Drew wohl nicht mehr, aber dafür versucht er sich als Comedian. Davon kann man sich eine Menge Sachen im Netz hier anschauen. Unter anderem hat er bei den Kandischen Comedy Preisen 2007 den ersten Platz belegt. Scheint wohl ein witziges Völkchen zu sein, dieser Kanadier…

Die drei Mädels von Nosy Be

Wir waren doch ein paar Mal im „Taxi Be“ auf „Nosy Be“ und jeden Abend sahen wir diese drei Schönheiten oben auf der Bühne. Voller Leidenschaft gaben die Damen jeden Tag Englische und Französische Coversongs zum Besten. Irgendwie konnten wir sie dann überzeugen, für uns ein paar Lieder als Background Chor aufzunehmen, was sich dann aber schwieriger als erwartet gestaltete: Die Mädels konnten zwar zu den ihnen bekannten Songs 1A mitsingen, aber sich etwas eigenes zu unseren Songs ausdenken, klappte nicht so schnell und dann wollten sie auch noch sofort ihre Gage und akzeptierten keine Naturalien…